Schnelles Internet in die Fläche bringen

Breitband„Die Digitalisierung der Wirtschaft und des Privatlebens schreiten unermüdlich voran. Damit sind für uns alle große Chancen verbunden!“, befindet der Grafschafter CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers bei der Eröffnung der Vortags- und Diskussionsveranstaltung der Grafschafter CDU zum Breitbandausbau in der Grafschaft Bentheim. Privathaushalte und Unternehmen im Flächenland Niedersachsen seien dafür aber auf eine funktionierende und moderne Breitbandinfrastruktur angewiesen. Insbesondere die Unternehmen bräuchten schnelle, sichere und stabile Datenverbindungen, um im wahrsten Sinne des Wortes den Anschluss nicht zu verlieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu behaupten. Der Ausbau sei also auch notwendig, um Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen.

Peer Beyersdorff (Geschäftsführer des Breitbandkompetenzzentrums Niedersachsen) berichtete von den Anstrengungen des des Breitbandkompetenzzentrums, den Ausbau des schnellen Internets in ganz Niedersachsen zu forcieren und flächendeckend eine sog. NGA-Breitbandversorgung zu gewährleisten. Das NGA (Next Generation Access) ist das Nachfolgenetz des existierenden Telekommunikationszugangsnetzes, das unbegrenzte Breitbanddienste unabhängig von Zeit und Distanz der Inanspruchnahme liefert. Um diesen Ausbaustandard in Niedersachsen flächendeckend zu erreichen, seien Gesamtinvestitionen in Höhe von 1,7 Mrd. Euro erforderlich. Dazu werde in den kommenden Jahren im Bereich Breitband ein Förderschwerpunkt geschaffen und über Zuschüsse aus den Fonds ELER, EFRE, GAK und WFF mit einem Gesamtvolumen von mehr als 60 Millionen Euro ausgestattet. Die NBank vergebe ingesamt Darlehen in Höhe von 500 Mio. an Landkreise zur Finanzierung kreiseigener Breitbandinfrastruktur. Hilbers dazu: „Durch das Breitbandkompetenzzentrum soll eine fachliche Unterstützung ermöglicht werden, daher hat CDU/FDP-Regierung das Zentrum bereits 2008 eingerichtet.“

Ralf Hilmes (Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung, Landkreis Grafschaft Bentheim) berichtete, dass sich der Landkreis für den Ausbau einer hochwertigen leitungsgebundenen Breitbandversorgung im gesamten Kreisgebiet einsetze. „Ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand werden entsprechende Glasfaserverbindungen im gesamten Landkreis jedoch nur schwerlich zu realisieren sein“, attestiert Hilmes. Der Landkreis investiere daher auch direkt, indem er beispielsweise bei Straßenbaumaßnahmen inzwischen Leerrohe verlege, um eine zukünftige Verlegung von Glasfaserleitungen zu erleichtern und so für Netzbetreiber auch die Versorgung der Fläche attraktiv zu machen.

Mit Unterstützung durch das Land Niedersachsen habe der Kreis nunmehr Planungen für vorbereite Maßnahmen zum weiteren Ausbau von entsprechenden Infrastrukturmaßnahmen getroffen und eine kreisweite Strukturplanung erarbeitet. Die flächendeckende Planung für das ganze Kreisgebiet umfasse sowohl die Variante Erschließung der Ausbau der Kabelverzweiger (sog. FttC-Lösung) unter Einschluss des Glasfaseranschlusses (sog. FttB-Lösung) der Gewerbegebiete, als auch die Variante Erschließung über eine flächendeckende Glasfaserstruktur (sog. FttB-Lösung).

Jutta Lübbert (Geschäftsführerin, Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim e. V.) erklärte anhand anschaulicher Beispiele, wie wichtig ein stabiler, schneller und sicherer Internetanschluss auch für Unternehmen in klassischen Branchen sei. Neben dem Fachkräftemangel und der nur unzureichenden Mobilfunkversorgung sei die Breitbandversorgung für die Grafschafter Wirtschaft ein zentrales Thema. „Eine Internetversorgung über das Mobilfunknetz kann wegen der auch hier durchaus lückenhaften Versorgung keine Alternative zum kabelgebundenen Ausbau sein“, unterstrich Lübbert. Sie plädierte dafür, jeweils vor Ort die beste Lösung zu suchen und dabei auch regionale Anbieter funkbasierter Übertragungsnetze einzubeziehen. „Nur mit maßgeschneiderten Lösungen, die den Bedürfnissen der Beteiligten entsprechen, werden unsere Unternehmen im digitalen Zeitalter Schritt halten können“, erklärte Lübbert. Nach Aussage Peer Beyersdorffs würden circa 70 Prozent der Kosten des Breitbandausbaus durch Tiefbau-Arbeiten bzw. durch in diesem Zusammenhang geltende Vorschriften verursacht. Lübbert empfahl, hier vorab in jedem Fall Kosten und Nutzen abzuwägen und zu prüfen. Generell sei es entscheidend, die Rahmenbedingungen für den Ausbau zu erleichtern.

Abschließend fasste Hilbers zusammen: „Wir sind auch in der Grafschaft auf dem Weg in die richtige Richtung. Allerdings müssen wir unsere Anstrengungen in den nächsten Jahren noch weiter intensivieren, damit die Anschlüsse auch den Anforderungen der kommenden digitalen Dienste entsprechen und damit zukunftsfest sind.“ Für die Grafschafter CDU stehe das Thema daher ganz oben auf der Agenda.