"Ziel ist die Sanierung des Haushaltes"

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 22.04.2004

Lohne/MM " Vorrangiges Ziel der Landesregierung bleibt die Sanierung des Haushaltes. Das bekräftigte der Niedersächsische Finanzminister hartmut Möllring (CDU) am Dienstag bei seinem Besuch im Heimathaus in Lohne. Möllring war auf Einladung desLandtagsabgeordneten und Lohner CDU-Vorsitzenden Reinhold Hilbers nach Lohne gekommen. Bereits bei der Begrüßung der Gäste im Heimathaus kritisierte Hilbers, dass die Vorgängerregierung "weit über ihre Verhältnisse gelebt" habe.
Minister Möllring bekräftigte, dass es das vorrangige Ziel sein müsse, die Nettokreditaufnahme wieder unter die eigenfinanzierten Investitionen zu drücken. Daher habe die neue Landesregierung bekanntlich beschlossen, bis zum Ende der Legislaturperiode wieder zu einem verfassungskonformen Haushalt zu kommen. Dazu soll die Nettoneuverschuldung jedes Jahr um 350 Millionen Euro zurückgefahren werden. Darüber hinaus, so der Minister, habe sich die Landesregierung zum Ziel gesetzt, bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode einen Haushalt ohne Neuverschuldung aufzustellen.
Den Umfang der Verschuldung machte Möllring an einem Beispiel deutlich: Wenn die 350-Millionen-Schritte eingehalten werden, ist Niedersachsen in 187 Jahren schuldenfrei. Das erfordere jedoch auch, dass die Union 37 Mal wiedergewählt werden müsse.
Doch bei aller notwendigen Sparpolitik, so Möllring, gebe es auch eine andere Seite: Durch Mehrbedarf in einigen Bereichen und die erwartete Steuerschätzung für Mai, ergebe sich derzeit eine Finanzierungslücke von 1,45 Milliarden Euro.
Das erfordere zum Teil schmerzliche und unpopuläre Einschnitte, kündigte Möllring an, der damit insbesondere auch die Personalkosten im Auge hat. Erlöse sollen auch durch den Verkauf von nicht benötigtem Landesvermögen erzielt werden. "Von VW werden wir uns nicht trennen", bekräftigte der Finanzminister jedoch und widersprach damit Überlegungen von Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP).
Finanzminister Möllring war auch nach Lohne gekommen, um für den CDU-Landratskandidaten Friedrich Kethorn zu werden. Der Landesregierung stellte er trotz aller unpopulärer Sparbeschlüsse ein gutes Zeugnis aus: 71 Prozent der Niedersachsen hätten der Landesregierung bescheinigt, sie sei mit ihrer Politik auf dem richtigen Kurs. 49 Prozent der Befragten würden den "sachlichen und konsequenten Arbeitsstil schätzen.

Hilbers: "Grenzregionen müssen weiterhin gefördert werden"

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 21.04.2004

WIETMARSCHEN/GN " Die Wirtschaftsförderprogramme in Niedersachsen sollen übersichtlicher werden. Wie die CDU/FDP-Landesregierung dieses Ziel erreichen will, haben der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Rolfes und sein Fraktionskollege Reinhold Hilbers bei einem Besuch der Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeugbau erläutert.
Die hohe Anzahl an Förderprogramm werde nun auf wenige, übersichtliche Programme zusammengeführt und von der neuen N-Bank gesteuert, so Rolfes. Diese neue zentrale Anlaufstelle mit einer Niederlassung in Oldenburg werde pro Jahr über Fördermittel in Höhe von 250 Millionen Euro verfügen.
Rolfes und Hilbers, die beide im Haushaltsausschuss des Landtags sitzen, hoben zudem hervor, wie wichtig die Förderung von Unternehmenserweiterungen und Neuansiedlungen sei. Bei der Wirtschaftsförderung dürften nicht nur die neuen Bundesländer berücksichtigt werden, sondern es müsse danach gehen, wo Strukturschwächen vorhanden seien und abgebaut werden müssten, so die Christdemokraten. "Dabei ist unsere Region an der Grenze zu den Niederlanden mit in die Förderung einzubeziehen", so die Christdemokraten.

"Schulstrukturreform fast revolutionär"

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 19.04.2004

Die Schulreform stellt nach Auffassung der CDU-Politiker Klare und Kethorn eine große Herausforderung dar. Doch die Anstrengungen lohnten sich, gehe es doch um das Wohl der Kinder.
Bad Bentheim/pez " Der Schulreform widmete sich am Donnerstagabend im Hotel Berkemeyer eine Veranstaltung der Grafschafter CDU. Der Landtagsabgeordnete Friedrich Kethorn bezeichnete die bevorstehenden Veränderungen als fast revolutionär. Deswegen werde die Umsetzung der Reform wohl nicht ganz reibungslos über die Bühne gehen (können).
"Wir haben die umfassendste Reform auf den Weg gebracht, die es je gab", meinte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Heinz Klare. Der Gast aus Dieholz hat an dem neuen Gesetz mitgeschrieben und ist überzeugt: "Wir werden am Ende gute Ergebnisse haben."
Klare erläuterte den rund 35 Zuhörern in seinem rund einstündigen Vortrag noch einmal die Grundzüge der Reform. Mit ihr werde ein modernes, differenziertes Schulwesen mit hoher Durchlässigkeit geschaffen und "ohne Wenn und Aber ja zur Leistung in der Schule gesagt", was durchaus kindgemäß sei. Die Grundschule als wichtigste Schulform werde gestärkt und weiter eine Schule der Lernfreude sein. Dort werde sechs Stunden Deutsch pro Woche und Englisch ab der dritten Klasse unterrichtet. Zudem gebe es künftig schon ab der zweiten Klasse Zensuren und nicht nur "Bewertungen". Die Hauptschule werde auf die Arbeitswelt ausgerichet.
"Die Reform wird eine Entwicklung brauchen", sagte der CDU-Politiker weiter. In seinen Ausführungen deutete er auch die immensen räumlichen und personellen Veränderungen an. So müssten 12000 Lehrkräfte wegen der Abschaffung der Orientierungsstufe und der neuen Schülerströme umgesetzt werden, entstünden 170 Schulaußenstellen.
In der Diskussionsrunde ließ der CDU-Politiker unter anderem wissen, dass derzeit an 190 Hauptschulen in Niedersachsen ein Sozialarbeiter tätig sei. In einigen Jahren sollten ihn alle Hauptschulen haben. Keinerlei konkrete Überlegungen gebe es beim Land darüber, die Lehrerarbeitszeit zu verlängern. Aus Klares Sicht ist das kaum möglich, da die Lehrer seit einigen Jahren vereinbarungsgemäß ohnehin schon bis zu zwei Stunden pro Woche mehr arbeiteten (Arbeitszeitkonten).
Mit der Reform erfolge eine klare Prioritätensetzung für Bildung, sagte der Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers abschließend. In der Grafschaft sei die Umsetzung auf einem guten Weg.

Friedrich Kethorn stellt CDU-Programm zur Landratswahl vor

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 15.04.2004
von Steffen Burkert

Nordhorn " Rund 100 Grafschafter CDU-Mitglieder haben auf einer Klausurtagung das Programm erarbeitet, mit dem sich ihr Kandidat Friedrich Kethorn am 13. Juni der Wahl zum hauptamtlichen Landrat stellen wird. Das Ergebnis dieser Gemeinschaftsarbeit sind 15 eng beschriebene Seiten, auf denen Kethorn seine Positionen in den wichtigsten Bereichen der Kreispolitik zusammenfasst. In einem Pressegespräch hat er dieses Programm nun vorgestellt.
"Natürlich ist nicht alles neu", betont Friedrich Kethorn. Sein Wahlprogramm basiere auf den Positionen, die die CDU schon 2001 zur Kreistagswahl vertreten habe und die er gemeinsam mit fünf Arbeitsgruppen fortgeschrieben habe. Dabei seien auch einige neue Ansätze formuliert worden, die jedoch nicht als Kritik an der Arbeit in Politik und Verwaltung verstanden werden sollten, betont Kethorn. Vielmehr handele es sich dabei um Reaktionen auf aktuelle Entwicklungen.
Besonders wichtig ist Friedrich Kethorn die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. "Es ist unsere Verpflichtung und unser Anspruch, jungen Leuten einen Arbeitsplatz zu bieten, damit sie hier bleiben", betont der Kandidat. Deshalb lautet Punkt eins seines Programms: "Die Wirtschaft entwickeln " Arbeit schaffen und sichern". Dabei setzt der Landtagsabgeordnete vor allem auf die heimische Wirtschaft. "Bei der Neuansiedlung von Außen haben wir in der Vergangenheit keine durchschlagenden Erfolge erzielt", meint der CDU-Kreisvorsitzende. Deshalb wolle er sich als Landrat auf die "Bestandspflege" konzentrieren. Die Verwaltung müsse Grafschafter Unternehmen noch mehr als bisher bei geplanten Investitionen und Erweiterungen zur Seite stehen, fordert Kethorn. Dabei will er das gesamte bestehende Instrumentarium des Landkreises nutzen " und bei Bedarf auch finanziell und personell aufstocken.
Bei der Werbung um Neuansiedlungen setzt Friedrich Kethorn unter anderem auf eine engere Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland. Gemeinsam mit dem dortigen Landrat Hermann Bröring (CDU) wolle er deutlich machen, welches Angebot an Arbeitskräften und weiteren Standortvorteilen die Region zu bieten habe. Dabei hofft er auch auf eine Sogwirkung der Ende des Jahres fertiggestellten Autobahn 31. Weiteres "Potenzial, das wir längst noch nicht ausgeschöpft haben" sieht Kethorn im Bereich Tourismus.
Für die Kreispolitik insgesamt verspricht Friedrich Kethorn "den Mut, zu sparen". Sein Ziel sei ein ausgeglichener Haushalt. "Das kann und wird am Ende auch Personalabbau bedeuten", kündigt er an. Allerdings betont er auch: "Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben."
Großen Nachholbedarf sieht Friedrich Kethorn in der Grafschaft beim Thema Bürokratieabbau. Er will die Kreisverwaltung zu einem "Dienstleistungszentrum" machen. "Da lässt sich mit den Bürgern, aber auch mit den Mitarbeitern der Verwaltung noch viel entwickeln", meint Kethorn. Als einen ersten konkreten Schritt kündigt er die Einrichtung einer Beschwerdestelle in der Verwaltung als Anlaufpunkt für unzufriedene Bürger an.
Besonders einsetzen will sich der Landwirt Friedrich Kethorn für die Grafschafter Bauern. "Die Verwaltung sollte ihren gesamten Ermessensspielraum zugunsten der Landwirte nutzen", fordert der Wahlkämpfer. "Beschränkungen gibt es durch die EU und durch Rot-Grün in Berlin schon genug."
Ausführlich äußert sich Kethorn in seinem Wahlprogramm unter anderem auch zu den Bereichen Bildung, Jugend, Soziales, Sport, Kultur, Ehrenamt und Gesundheit. Wer die Einzelheiten nachlesen möchte, kann das komplette Wahlprogramm in der Geschäftsstelle der Grafschafter CDU unter Telefon (05921) 89245 anfordern.

Mitglieder für 40jährige Mitgliedschaft geehrt

Der Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Friedrich-Otto Ripke hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Grafschafter CDU, Friedrich Kethorn, Mitglieder für 40jährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt. Auf der Veranstaltung wurden auch Neumitglieder vorgestellt und Ripke hielt ein Referat zum Thema: "Die CDU in Niedersachsen als Regierungs-, Bürger- und Volkspartei".

Für 40jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Gerhard Bosink, Nordhorn
Georg Brünink, Nordhorn
Franz Knüver, Nordhorn
Hans Kutz, Nordhorn
Hermann Maatmann, Wilsum

Foto von links nach rechts:
Friedrich-Otto Ripke, Georg Brünink, Reinhold Hilbers, Franz Knüver, Hans Kurz, Hermann Maatmann, Gerhard Bosink, Friedrich Kethorn

Friedrich Kethorn nahm an CDU-Kreisvorsitzenden-Konferenz in Berlin teil

Am vergangenen Wochenende nahm der Vorsitzende der Grafschafter CDU, Friedrich Kethorn, an der Kreisvorsitzendenkonferenz der Union in Berlin teil. Auf dem Programm standen die Vorstellung des Kandidaten der CDU und der FDP für das Amt des Bundespräsidenten, Horst Köhler, der Bericht des Spitzenkandidaten für die Europawahl, Prof. Hans-Gert Pöttering sowie die Rede der Bundesvorsitzenden Dr. Angela Merkel.
In ihrer Rede ging Angela Merkel u.a. auf die Erweiterung der EU und den anstehenden Europawahlkampf ein. Im Vordergrund des Wahlkampfes für die Europawahl am 13. Juni ständen wirtschafts- und sozialpolitische Themen. So müsse sich der Wahlkampf an der Frage orientieren, was die EU konkret dafür tue, um Wohlstand und soziale Sicherheit in Deutschland zu fördern. Merkel betonte daneben, die CDU werde "realitätsbewusst" darauf achten, dass nach der Erweiterung der EU um zehn Länder zum 1. Mai diesen Jahres die Funktionsweise der EU gewährleistet bleibe. Die EU-Erweiterung bedeute für die 10 neuen Länder die Chance, einen Wohlstand aus eigener Kraft aufzubauen und für die gesamte EU eine stärkere wirtschaftliche Entwicklung im härter werdenden globalisierten Wettbewerb. Das Thema eines Beitritts der Türkei zur EU werde aber nicht zum Hauptthema im Wahlkampf gemacht, so Merkel, aber es müsse in aller Freundschaft mit der türkischen Regierung ein dritter Weg hin zu einem partnerschaftlichen Verhältnis gefunden werden.
Im anschließenden Gespräch mit der Bundesvorsitzenden wies Friedrich Kethorn insbesondere auf die Notwendigkeit gleicher Rahmenbedingungen innerhalb der EU für die deutsche Wirtschaft und Landwirtschaft hin. Er bat die Bundesvorsitzende, im Bundestag auf die rot-grüne Bundesregierung einzuwirken, die EU-Richtlinien 1:1 in Deutschland umzusetzen und keine zusätzlichen Belastungen der (Land-)wirtschaft aufzuerlegen. Die Unternehmen fürchteten nicht den Wettbewerb auf europäischer Ebene, aber bei ungleichen Rahmenbedingungen würden in Deutschland Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren gehen. Insbesondere die Landwirtschaft in der Grafschaft spüre zur Zeit die zusätzlichen Lasten der rot-grünen Agrarpolitik.

Drei neue Ganztagsschulen in der Grafschaft genehmigt

Die Hauptschule Gildehaus, die Hauptschule Deegfeld in Nordhorn sowie die Haupt- und Realschule Emlichheim werden aller Voraussicht nach zum Schuljahresbeginn 2004/2005 als Ganztagsschule genehmigt, teilten die beiden Grafschafter CDU-Landtagsabgeordneten Friedrich Kethorn und Reinhold Hilbers mit.
Insgesamt beabsichtige Kultusminister Bernd Busemann bis zu 70 neue Genehmigungen für Ganztagsschulen in Niedersachsen zu erteilen. Damit werde trotz begrenzter Mittel die Zahl der Ganztagsschulen im Land annähernd verdoppelt, so Friedrich Kethorn. Die CDU-geführte Landesregierung habe damit in einem Jahr mehr Ganztagsangebote genehmigt, als die SPD-Regierungen in 13 Jahren zuvor.
Insbesondere Hauptschulen seien berücksichtigt worden, so Reinhold Hilbers, um das Profil dieser Schulform weiter zu stärken. Denn gerade Hauptschulen könnten die erweiterten zeit-lichen und räumlichen Möglichkeiten der Ganztagsschule zur verbesserten Unterrichts- und Erziehungsarbeit nutzen. Die Hauptschule in Gildehaus, die Hauptschule Deegfeld in Nord-horn, sowie die Haupt- und Realschule Emlichheim würden mit der Genehmigung für ihren Einsatz belohnt, ergänzten die beiden Abgeordneten.
Alle Ganztagsschulen erhielten die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, in welchem Umfang sie Fachkräfte in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern oder Lehrerinnen und Lehrer einsetzen. Das Angebot richte sich also nicht mehr ausschließlich nach den Neigun-gen und Kompetenzen der zur Verfügung stehenden Lehrkräfte. Vielmehr könne je nach örtlichen Bedarf und Schwerpunkten einer Schule ein Angebot innerhalb des Schulprofils, z.B. im musischen Bereich, im Sport oder auch im sozialen Bereich aufgelegt werden. Den Schulen werde eine Mischkalkulation ermöglicht. Je Schüler- und Nachmittagsteilnahme werde ein Ganztagszuschlag in Form von Lehrerstunden gewährt. Alle Schulen bekämen aber zugleich die Möglichkeit den berechneten Bedarf an Lehrerstunden zu kapitalisieren und ihn in ein Budget zur Bezahlung außerschulischer Fachkräfte umzuwandeln.
Leider sei die Realschule Deegfeld vorerst noch nicht genehmigt worden, so Kethorn ab-schließend, aber man habe einen „Fuß in der Tür“. Die baulichen Maßnahmen an der Haupt-schule Deegfeld könnten entsprechend der Beantragung vorgenommen werden, wenn die Genehmigung demnächst offiziell vorliege. Damit stiegen dann auch die Chancen der Realschule auf eine spätere Genehmigung.

Ministerin wirbt um Verständnis für Kürzungen

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 08.03.2004

Keinen leichten Stand hatte die niedersächsische Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Freitag bei einer Diskussion in Emlichheim. Vertreter freier Wohlfahrtsverbände mahnten mehr Verlässlichkeit bei den Gesetzesvorhaben der Landesregierung an.

„Wir wissen, dass Sozialreformen notwendig sind. Wir brauchen aber verlässliche Aussagen, damit wir Planungssicherheit haben. Dann sind wir gerne zur Mitarbeit bereit.“ Georg Harms-Ensink, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhausvereins, sprach aus, was die meisten Vertreter der freien Träger und Wohlfahrtsverbände dachten: Wenn die Regierung neue Gesetze beschließt, dann muss sie uns wenigstens die Zeit lassen, um sie umzusetzen. Johann Wenig, Geschäftsführer des Paritätischen, nannte ein Beispiel: „Wegen der Laufzeit der Arbeitsverträge und langfristiger Vertragsbindungen können wir gar nicht schnell auf Kürzungen reagieren.“
Ursula von der Leyen hörte sich die Kritik an, wies jedoch mehrfach die Verantwortung von sich und der Landesregierung weg. Wenn einer Rentnerin wegen der Zuzahlungen für Arztbesuche und Taxifahrten zum Arzt kein Geld zum Leben mehr bleibe-, Bernhard Alferink, Kreisvorsitzender des Sozialverbands Deutschland, hatte ein Beispiel genannt-, so sei dies eine Folge der chaotischen Umsetzung der Gesundheitsreform durch die Verwaltungen des Bundes, der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Bevor sie sich der Diskussion stellte, hatte von der Leyen in einem sozialpolitischen Referat ihre Ziele umrissen. Dabei warb sie um Verständnis für die Kürzungen des Blindengeldes, der Zuschüsse für die Nachbetreuung ehemals Drogenabhängiger und der Zuschüsse für die Aidshilfe sowie für die Streichung der externen Suchtberatung für Strafgefangene ab 2005 und die Nullrunde für Behinderteneinrichtungen. Leere Kassen und wegbrechende Steuereinnahmen zwängen zu einschneidenden Schritten.
Zugleich warb von der Leyen für ihr Modell sogenannter Mehrgenerationshäuser. 50 will sie in dieser Wahlperiode bezuschussen. Mehr als 100 Anträge lägen bereits vor. Als politische Ziele nannte sie zudem die Ausweitung der ambulanten und eine Beteiligung der Angehörigen an der stationären Pflege. „Bevor der Staat einspringt, muss jeder zunächst selbst für seine Eltern sorgen“, sagte die Ministerin.
In seiner Begrüßung hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers eingeräumt, dass „Reformschritte so eingeleitet werden müssen, dass die Menschen die Ziele und Grenzen der Reformen erkennen können“.

94,25 Prozent Zustimmung für Kethorn

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 06.03.2004
Von Irene Schmidt

Knapp 300 CDU-Mitglieder und Sympathisanten waren am Donnerstagabend dem Aufruf ihrer Partei zur Urwahl des Landratskandidaten im Nordhorner Saal Rammelkamp gefolgt. Es gab weder Gegenkandidaten zu Friedrich Kethorn noch kritische Fragen zu seiner Kandidatur. Mit begeistertem Applaus quittierten die Gäste im Saal das Wahlergebnis: 213 Ja-Stimmen, 13 Nein und eine Enthaltung.

Nordhorn " „Ich will ein Landrat für alle Bürger sein, ohne meine politische Herkunft zu leugnen“, hatte der Landtagsabgeordnete Friedrich Kethorn kurz vor dem Wahlgang versprochen und zielte damit geradewegs auf seinen Gegenspieler, Josef Brüggemann, der als Unparteiischer kandidiert, aber dennoch SPD-Mitglied ist. Doch Kethorn will mehr. Er versicherte seinen Parteifreunden: „Ich werde hoch motiviert dafür kämpfen, dass die Grafschafter CDU zum ersten Mal einen politischen Landrat in ihren Reihen hat.“

Vorab hatte Kethorn betont, dass er sich die Entscheidung, für das Landratsamt zu kandidieren, nicht leicht gemacht habe. Viele CDU-Freunde hätten ihn gebeten anzutreten, viele hätten ihm jedoch auch nahe gelegt, als Landtagsabgeordneter in Hannover zu bleiben, wo er als agrarpolitischer Sprecher seiner Fraktion erheblichen Einfluss auf die Gestaltung der Landespolitik habe. Seine guten Kontakte zur Landesregierung könne er jedoch auch als Hauptamtlicher Landrat nutzen. Mit Reinhold Hilbers bleibe die Grafschaft in Hannover gut vertreten. „Wäre ich der einzige Landtagsabgeordnete aus der Grafschaft, hätte ich nie kandidiert“, versicherte Kethorn.

Erstmals stellte er auch seine persönliche Prioritätenliste vor, die er umsetzen will, wenn er gewählt wird (siehe Infokasten). Ein umfassendes Wahlprogramm werde die CDU in zwei Wochen aufstellen.

Deutliche Worte für Friedrich Kethorn, der vom CDU-Vorstand für die Kandidatur vorgeschlagen worden war, fand auch Reinhold Hilbers. Die CDU wolle mit Kethorn strategisch zusammenarbeiten. Durch seine Wahl werde es möglich, in der Grafschaft „Politik aus einem Guss“ zu machen. Friedrich Kethorn werde in der Grafschaft Bentheim als zielstrebig, kompetent und zuverlässig geschätzt. Er verkörpere nicht den „Verwalter“, sondern sei von Leib und Seele her Politiker. „Wir brauchen niemanden, der morgens den Finger aus dem Fenster hält, um zu sehen, woher der Wind weht“, rief Hilbers ins Publikum.

Auch mache Kethorn keinen Hehl daraus, aus welcher politischen Familie er komme, zielte Hilbers auf Kethorns Kontrahenten Brüggemann und kündigte an: “Wenn Kethorns Herausforderer den Menschen nicht sagen will, dass er in Müntes Truppe gehört, dann werden wir es tun.“ Er bitte um Unterstützung gegenüber „dem Emsländer Brüggemann“.

Nach der Wahl, an der sich 227 wahlberechtigte CDU-Mitglieder beteiligten und von denen 94,25 Prozent für Kethorns Kandidatur stimmten, gehörte die niedersächsische Sozialministerin Ursula von der Leyen zu den ersten Gratulanten. Sie bescheinigte Kethorn „eine ganz große Chance“ weil er ein Kandidat sei, „der die Menschen kennt und der kein Aktenjongleur ist.“

SCHWERPUNKTE

Folgende Prioritäten will Friedrich Kethorn setzen, falls er zum Hauptamtlichen Landrat gewählt wird:
Bildung und Ausbildung: Die Grafschaft habe eine junge Bevölkerung. Zitat: „Im Schulwesen haben wir in den letzten Jahren nicht gekleckert, sondern geklotzt.“
Wirtschaft stärken und Arbeitsplätze schaffen. Zitat: „Wir wollen die Verwaltung nicht aufblähen. " Im Gegenteil: Wir wollen vor Ort die Beschäftigung in der Verwaltung reduzieren.“
Landwirtschaft: Zitat: „Ich weiß, dass wir nicht jeden Betrieb halten können, aber wir können beste Voraussetzungen schaffen.“
Familie: Kommunalpolitische Einflussmöglichkeiten sollen zur Stärkung genutzt werden. Kethorn will „vielleicht den Frauenbeauftragten ein zusätzliches Aufgabenfeld geben.“
Eigenständigkeit: Die Eigenständigkeit der Grafschaft soll erhalten und stabilisiert werden.
Verwaltung: Überflüssige Richtlinien sollen abgebaut, den Menschen mehr Verantwortung übertragen werden.

Tag der offenen Tür im Landtag

Unter dem Motto „Politik zum Anfassen“ öffnete der Niedersächsische Landtag am vergangenen Samstag zum dritten Mal seine Pforten zu einem Tag der offenen Tür. Auch die CDU-Landtagsfraktion lud die Bürgerinnen und Bürger ein, einen interessanten und informativen Tag im niedersächsischen Landtag zu verbringen. Rund 30.000 Besucher nutzen die Gelegenheit sich über die Arbeit des Landtages zu informieren. Auch die beiden Grafschafter CDU-Landtagsabgeordneten Friedrich Kethorn und Reinhold Hilbers nutzten die Möglichkeit mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen und ihnen die Arbeitsweise des Landesparlamentes vorzustellen.

Unter anderen gab es Verlosungen mit attraktiven Preisen, Autogrammstunden mit den Bundesligisten von Hannover 96 sowie den Eishockeyspielern der Hannover Scorpions. Daneben hatten die Besucher die Möglichkeit zu Begegnungen mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff und dem Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion David McAlllister. Auch die beiden Grafschafter CDU-Landtagsabgeordneten Friedrich Kethorn und Reinhold Hilbers nutzten die Möglichkeit mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen und ihnen die Arbeitsweise des Landesparlamentes vorzustellen.