Minijobs nicht verteufeln!

Mit einer Ausstellung in der Nordhorner Stadtbibliothek will das Aktionsbündnis „Umfairteilen“ auf die vermeintlich drohende Altersarmut von Minijobbern hinweisen. Den dabei gezogenen Schlüssen und vorgebrachten Argumenten tritt die Grafschafter CDU nun in einer Pressemeldung entgegen. „Eine pauschale Verurteilung der sogenannten Minijobs greift zu kurz“, meint der Grafschafter CDU-Kreisvorsitzende Reinhold Hilbers.

Zwar stimme es, dass in der Grafschaft ein besonderes hoher Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen arbeite, automatisch davon auszugehen, dass die Menschen aber lieber in Vollzeit tätig wären, sei eine in ihrer Pauschalität unzulässige Behauptung. „Gerade einmal 14 Prozent der geringfügig Beschäftigten und der Teilzeitbeschäftigten wollen auf Vollzeitniveau aufstocken“, zitiert Hilbers aus einer Studie des Mikrozensus, die das  Institut der deutschen Wirtschaft Köln veröffentlicht hat. Bundesweit sind sogar 69 Prozent der Beschäftigten mit ihrem Arbeitszeitniveau zufrieden. Nicht jeder Mensch, der einen Minijob ausübe, sei arm oder mache das unfreiwillig, heißt es aus der CDU. Minijobs sind nach Ansicht der CDU auch keine Sachgasse. Häufig gelinge Teilzeitbeschäftigten eine Ausweitung der Arbeitszeit, wenn diese das wünschen. „Die bloße Analyse von Quoten und Verhältnisse verstellt den Blick für die Bedürfnisse der Menschen“, befindet Hilbers. Nach Meinung der CDU besteht sowohl auf Arbeitnehmer- als auch auf Arbeitgeberseite ein hoher Bedarf nach Minijobs: „Dass wir in der Grafschaft eine Situation vorfinden, in der dieser beiderseitig bestehende Bedarf gedeckt wird, ist ein Erfolg, den wir uns nicht kaputtreden sollten.“

Ein Vorschlag der Aktionsgruppe findet allerdings die Zustimmung der Christdemokraten: Um eine genaue Untersuchung der Situation vorzunehmen, bedürfe es präzisen Zahlenmaterials. Eine klare Datenlage bestehe im Moment aber nicht, sodass die Schlüsse der Gruppe „Umfairteilen“ bereits deswegen mehr spekulativer Natur seien. Die Union regt daher an, unter den geringfügig Beschäftigten in der Grafschaft eine Befragung einer repräsentativen Gruppe durchzuführen, um herauszufinden, inwieweit sie mit ihrer Beschäftigungssituation zufrieden sind, oder eine andere Form der Beschäftigung vorziehen würden. „Wir brauchen ein objektives Bild " eine pauschale Verurteilung von Minijobs ist nicht zielführend“, so die CDU abschließend.