Reglementierung bremst Wachstum der Internet-Branche
17. Januar 2003 |Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 17-01-2003
rm Nordhorn. "Es ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten." Zu diesem Ergebnis kam die Internet-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfratkion, Dr. Martina Krogmann, beim Nordhorner Unternehmen ENO Netside nach einer Diskussion über Chancen und Risiken des Internet-Handels. Die 38jährige Journalistin aus Stade, die auch stellvertretende Landesvorsitzende der Union in Niedersachsen ist, informierte sich auf Einladung der hiesigen CDU bei ENO über die neueste Entwicklung in Sachen Internet-Handel.
Dabei erfuhr die CDU-Politikerin einmal mehr, dass die Branche über die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Internet alles andere als glücklich ist. Zu viel Reglementierung bremse die Branche, meinten Firmenvertreter. Als Beispiel wurde das neue Fernabsatzgesetz genannt, das Kunden für Ware, die über das Internet bestellt wird, eine zweiwöchige Rückgabegarantie einräumt. Dies stehe oftmals in keinem Verhältnis zum Warenwert und zum Aufwand für die Rücknahme. Unverständlich sind aus der Sicht der Branche auch die Beschränkungen für bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte, Apotheker, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte im Internet. Schließlich fordert die Branche eine internationale Harmonisierung der Qualitätsstandards von Web-Auftrritten sowie ein höheres Engagement der öffentlichen Hand.
Beeindruckt zeigte sich Krogmann von den vielfältigen unternehmerischen Aktivitäten der ENO-Unternehmensgruppe, die die Gesellschafter Bernd und Wilhelm Horstmann vorgestellt hatten. Die Krise der gesamten IT-Branche habe ENO im Jahr 2001 "voll getroffen", so Bernd Horstmann. Inzwischen sei die Firmengruppe mit neuen Aktivitäten wieder im Kommen. "Sie als Politik müssen mit den richtigen Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass auch künftig in Nordhorn und der Region noch Arbeitsplätze angeboten werden können", mahnte Horstmann. In keinem Bereich der Wirtschaft sei die Verunsicherung der Beschäftigten so groß wie in der IT-Branche.
Themen dieser Meldung: Nordhorn, Arbeitsplätze, Wirtschaft, Bundestag