Kurzinterviews der Grafschafter Nachrichten mit Friedrich Kethorn und Reinhold Hilbers
Meldung vom 11. Dezember 2001 | KommentareArtikel der Grafschafter Nachrichten vom 11.Dezember 2001
"Wahlkreis 88 ist natürlich lukrativer"
Friedrich Kethorn: Direktmandat schwer
Von Detlef Kuhn.
Der neue zugeschnitte Wahlkreis 86 ist mit Nordhorn, der Samtgemeinde Schüttorf und der Stadt Bad Bentheim nicht gerade eine klassische CDU-Hochburg. Würde es für Sie als Landtagskandidat schwerer, dort bei der Wahl wieder das Direktmandat zu erreichen?
Kethorn: Uneingeschränkt ja. Wenn man das Ergebnis der Landtagswahl 1998 in diesem Bereich auf den neuen Wahlreis projeziert, hätte die CDU den Wahlreis nicht gewonnen. Aber natürlich hat die CDU dennoch die Chance, dieses Mandat direkt zu gewinnen. Das Kreistagswahlergebnis vom September macht deutlich, dass das Potenzial für einen Sieg durchaus vorhanden ist. Auch wenn die beiden Wahlen natürlich nicht vergleichbar sind.
Wären Sie lieber im Wahlreis 88 angetreten, mit dem Schwerpunkt Niedergrafschaft?
Kethorn: Der Wahlkreis "Emlichheim" ist natürlich für die CDU immer direkt zu gewinnen. Deshalb ist es lukrativ, dort anzutreten. Natürlich habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, dass es schön wäre, dort anzutreten. Aber mein Wohnort ist Nordhorn. Da hätte man es mir möglicherweise als Flucht ausgelegt, wenn ich nicht im Wahlreis 86 "Nordhorn" angetreten wäre.
Rechnen Sie mit einer Absicherung auf der Landesliste?
Kethorn: Ich hoffe natürlich, dass ich einen aussichtsreichen Platz auf der CDU-Landesliste bekomme. Aber eine Zusage dafür gibt es nicht. Bei der letzten Landtagswahl ist es mir geglückt, eine solche Absicherung zu erhalten. Ich bemühe mich natürlich auch bei der nächsten Wahl darum.
Ist es als Landtagskandidat ein großer Vorteil, wenn man schon drei Legislaturperioden im Landtag gesessen hat?
Kethorn: Mit Sicherheit. Allein schon wegen des Bekanntheitsgrades. Und weil man sich mit vielen Themen auseinandergesetzt hat. Außerdem hat man zu den Ministerien so gute Verbindungen aufgebaut, dass man auch mal etwas auf diesem Wege durchsetzen kann.
Welche Themen werden Sie im Wahlkampf in den Vordergrund rücken?Wird das Thema Landwirtschaft dabei eine entscheidende Rolle spielen?
Kethorn: Im Mittelpunkt werden die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik sowie die Themen Bildung und ländlicher Raum stehen, und damit auch die Landwirtschaft.
"Ländlicher Raum muss Schritt halten"
Reinhold Hilbers gibt sich selbstbewusst
Von Daniel Klause.
Seit Ihrem 17. Lebensjahr sind Sie politisch aktiv. Warum wollen Sie das Hobby zum Beruf machen?
Hilbers: Mir macht es Spaß, mich für die Region und die Menschen einzusetzen. Nachdem ich jahrelang ehrenamtlich Politik gemacht habe, möchte ich mich jetzt in Hannover für die Region arbeiten.
Als ersten Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit nennen Sie die Finanzpolitik. Wie kann man das Land sanieren?
Hilbers: Zunächst muss ein Kassensturz gemacht werden. Dann würde ich mich dafür einsetzen, die Mittel zielgerichteter einzusetzen und dadurch Einsparungen zu erzielen. Solidität in den Haushalten darf nicht bestraft werden beim Finanzausgleich.
Als weiteren Schwerpunkt nennen Sie die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. Was wollen Sie für die Grafschaft und die Gemeinden Geeste und Twist erreichen?
Hilbers: Die Förderung der Infrastruktur und des Mittelstands sind klassische Aufgaben des Landes. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das Land seine Versprechen einlöst, etwa beim Europark. Zudem brauchen alle Gemeinden in der Niedergrafschaft sowie Geeste und Twist wirtschaftliche Perspektiven. Der ländliche Raum muss Schritt halten können mit den Ballungszentren. Mein Hauptziel ist daher, die Entwicklung des ländlichen Raums voranzubringen. Niedersachsen muss sich zudem im Bundesrat verstärkt dafür einsetzen, dass die Landwirtschaft eine Perspektive hat.
Als letzten Schwerpunkt nennen Sie die Jugendpolitik. Was wollen Sie in Hannover für die Region erreichen?
Hilbers: Kinder auf dem Land müssen die gleichen Startbedingungen haben wie in den Ballungszentren. Deshalb würde ich mich für eine gute Ausstattung der Kindergärten und Schulen einsetzen. Zudem müssen auch Jugendwerkstätten und Beratungsstellen in der Fläche für alle Jugendlichen leicht zugängig sein.
Welche Chancen rechnen Sie sich aus, wenn die CDU-Mitglieder Sie zum Kandidaten wählen?
Hilbers: Aufgrund der Kommunalwahlergebnisse rechne ich damit, den Wahlkreis direkt zu gewinnen. Ich strebe keine Absicherung auf der CDU-Liste an, sondern möchte um die Stimmen kämpfen.
Nordhorn. Vor dem Wahlgang im neuen Kreistag (CDU 27 Mandate, SPD 18 Mandate, Bündnis 90/Die Grünen 2 Mandate, FDP 2 Mandate, UWG/Bürger für Bürger 2 Mandate) haben Bündnisgrüne und UWG/BfB offen erklärt, das sie ihre Stimmen Paul Ricken geben werden. Die SPD stellte keinen Gegenkandidaten auf, beantragte jedoch geheime Abstimmung. Von den 49 anwesenden Kreistagsabgeordneten (bei CDU und SPD war jeweils ein Stuhl leer) votierten 45 für Ricken.