Kethorn: In der Schulpolitik ist Zurückhaltung zu empfehlen
26. Februar 2002 |Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 27-02-2002
rm Nordhorn. Als verfrühte Spekulation weist die Grafschafter CDU die Überlegungen der SPD über mögliche Veränderungen der Grafschafter Schullandschaft zurück. Zwar werde es auf jeden Fall im nächsten Jahr Veränderungen in der niedersächsischen Schulgesetzgebung geben.
Die aber werden nach Überzeugung des CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Friedrich Kethorn anders ausfallen als von der SPD bisher erwartet. "Die Reform wird in der jetzt von der SPD geplanten Form nicht kommen", so Kethorn gegenüber den GN, "ich empfehle den Schulträgern in der Grafschaft deshalb, an Überlegungen zur Veränderung der Schullandschaft sehr zurückhaltend heranzugehen."
Der CDU-Politiker geht davon aus, dass die SPD-Pläne zur Ablösung der Orientierungsstufe durch so genannte Förderstufen spätestens mit der Landtagswahl am 2. Februar 2003 zu Fall gebracht werden. Die SPD werde "auf jeden Fall die absolute Mehrheit im Landtag verlieren", spekuliert Kethorn. Deshalb werde ein künftiges Schulgesetz, wenn es zum Beginn des Schuljahres 2003/04 in Kraft trete, nicht allein die Handschrift der Sozialdemokraten tragen.
Die Forderung der SPD, in der Grafschaft zusätzliche gymnasiale Angebote zu schaffen, wird im Prinzip auch von der CDU geteilt. Aber, so Kethorn, dabei müsse die Qualität stimmen. Die Behauptung der SPD, Gymnasialzweige in Lohne und Emlichheim würden das Gymnasium Nordhorn entlasten, sei definitiv falsch. An der Nordhorner Schule gebe es nur ganz wenige Schüler aus diesem Bereich. Gymnasialzweige in Emlichheim und Lohne machten aber nur dann Sinn, wenn sie mindestens zweizügig eingerichtet werden könnten. Es müsse zunächst untersucht werden, ob dafür überhaupt genügend Nachfrage vorhanden sei.
Kritik übt die CDU auch an dem Zahlenmaterial, mit dem die Landesregierung nachweisen wolle, dass in der Grafschaft die Abiturquote noch schlechter sei als im Landesdurchschnitt. Die vielen Schüler, die Gymnasien im Emsland oder im angrenzenden Münsterland besuchen, seien in der Statistik nicht erfasst. Auch die drei Nordhorner Fachgymnasien kämen in dem Zahlenwerk nicht vor. Kethorn: "Wenn diese Daten eingearbeitet würden, läge der Abiturientenanteil im Kreisgebiet nicht einmal um zwei Prozent unter dem im Land."
Themen dieser Meldung: Schule, Nordhorn, Lohne, Landtag, Emlichheim