CDU strebt absolute Mehrheit im Kreistag an – Paul Ricken soll wieder Landrat werden

17. Juni 2001 |

Ártikel der Grafschafter Nachrichten vom 18.06.2001

Mit 70 Kreistagskandidaten, aufgeteilt auf fünf Wahlbereiche, und Paul Ricken (67) als Landratskandidat steuert die Grafschafter CDU auf die Kreistagswahl am 9. September zu. ,Der Bürger soll wissen, wer den Landkreis repräsentieren und dem Kreistag vorstehen soll, wenn wir die Mehrheit gewinnen", rief Kreisvorsitzender Friedrich Kethorn in den voll besetzten Saal Kerkhoff, wo am Sonnabend erstmals ein Kreisparteitag über die Kandidaten abstimmte.

Von Irene Schmidt / Bad Bentheim. Erklärtes Ziel der Grafschafter Christdemokraten ist es, mindestens 26 von 51 Sitzen im neuen Kreistag zu erringen. Bei der Kreistagswahl 1996 hatte die CDU dieses Ziel nur knapp verfehlt. Es gelte, dem Hauptkonkurrenten SPD 554 Wählerstimmen abzujagen, rechnete Kethorn den rund 120 Parteifreunden im Saal vor und Paul Ricken ergänzte: ,Unser größter Feind ist nicht der politische Gegner, sondern das immer größer werdende Desinteresse der Bürger an der Politik und die sinkende Wahlbeteiligung". Es gelte, die Wähler zu mobilisieren.
Dass die SPD ohne namentlich benannten Landratskandidaten in den Wahlkampf geht (die GN berichteten), legte Kethorn als Schwäche aus. Entweder gebe die Grafschafter SPD die Wahl schon verloren, oder sie wolle ,keinen Zoff in die eigene Mannschaft bringen". Die dritte Möglichkeit sei, dass die Sozialdemokraten weiterhin Paul Ricken als Chef des Kreistags wünschten, schließlich habe SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Gerd Will vor wenigen Tagen, anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Paul Ricken, selbst gesagt: ,Er ist einer von uns, nur in der falschen Partei." Deshalb gehe die CDU davon aus, so Kethorn vor dem Kreisparteitag, ,dass Ricken vom neuen Kreistag mit einer überwältigenden Mehrheit gewählt wird." Er sei in den vergangenen viereinhalb Jahren ein hervorragender Botschafter des Landkreises mit deutlich zusammenführenden Fähigkeiten gewesen.
Über die Landratskandidatur Rickens, der nicht direkt am 9. September, sondern (wenn die CDU die Mehrheit erringen sollte) vom neuen Kreistag in dessen konstituierender Sitzung gewählt wird, stimmten die Teilnehmer des Parteitags offen ab, da kein Gegenkandidat benannt wurde. Das Ergebnis fiel einstimmig für Paul Ricken aus.
Mit jeweils großer Mehrheit (bei maximal zwei Gegenstimmen) beschloss der Parteitag auch die Listen für die fünf Wahlbereiche sowie die Reihenfolge der Bewerber. Die Listen waren in den jeweils beteiligten Ortsverbänden vorbereitet worden. Auf jeder Liste finden sich 14 Kreistagskandidaten. Insgesamt sind 15 Frauen vertreten, eine mehr als vor fünf Jahren. Die Bewerber sind zwischen 22 und 67 Jahre alt. Der Altersdurchschnitt wurde erneut gesenkt auf nunmehr 47,8 Jahre. Elf Kandidaten oder 16 Prozent sind über 60. Damit sei die ältere Generation angemessen repräsentiert, stellte Kethorn fest, der anschließend jede Liste namentlich vom Kreisparteitag ,abarbeiten" ließ. Listenführer sind im Wahlbereich (Wb) I (Obergrafschaft): Klaus Stamme und Heinrich van Brockhausen, im Wb II (östliches Nordhorn): Friedrich Kethorn und Hans Kutz, im Wb III (westliches Nordhorn): Maria Köttering und Gesine Butke, im Wb IV (Neuenhaus/Wietmarschen/Georgsdorf): Reinhold Hilbers und Annelies Pötter, Wb V (Uelsen/Emlichheim): Paul Ricken und Friedrich Harland.
Rückblickend auf die bisherige Arbeit im Kreistag wies Friedrich Kethorn darauf hin, dass die CDU seit 50 Jahren den Landrat im Kreis Grafschaft Bentheim stelle. Lediglich viereinhalb Jahre habe die SPD über die Ampelkoalition den Landratsposten besetzt. Acht Landräte seien aus den Reihen der CDU gewählt worden. Kethorn zog daraus das Fazit, die Wähler hätten auf Kontinuität gesetzt.
Paul Ricken wies darauf hin, dass die Kommunalwahl in der Grafschaft schon immer eine Persönlichkeitswahl gewesen sei. Es diene der Klarheit und Wahrheit, dem Wähler schon frühzeitig zu sagen, wer Landrat werden soll. ,Das lässt keine Spekulationen zu", bekräftigte Ricken: Die Bilanz der ausklingenden Legislaturperiode könne sich sehen lassen. Die CDU habe die Verschuldung des Landkreises vermindert und den Haushalt konsolidiert. Darüber hinaus habe sie gemeinsam mit Christdemokraten aus dem Emsland die Idee entwickelt, die A 31 aus Spendengeldern vorzufinanzieren – ein Projekt, das bundesweit für Aufsehen gesorgt hat.
Friedrich Kethorn kündigte an, die CDU wolle ihren ,klaren, soliden finanzpolitischen Kurs der letzten fünf Jahre" fortsetzen. Die sparsame Haushaltsführung habe eine niedrige Kreisumlage ermöglicht, auch wenn es Stimmen aus den Kommunen und der Opposition gebe, die Kreisumlage müsse gesenkt werden. ,Diese Rechnung geht nicht auf", bekräftigte der CDU-Vorsitzende. Man könne nicht die Kreisumlage senken und gleichzeitig fordern, der Kreis solle den Kommunen weitere Wünsche erfüllen.
Die Fortentwicklung der Finanzpolitik ist eines der Themen, die im Kreis-Wahlprogramm 2001 der CDU näher erläutert werden, das ebenfalls vom Parteitag verabschiedet wurde. Die GN werden in einer der nächsten Ausgaben über das Programm berichten.

Hier finden Sie die vollständigen Listen der CDU zur Kreistagswahl

Bilder von der Kreismitgliederversammlung

gruppe CDU strebt absolute Mehrheit im Kreistag an   Paul Ricken soll wieder Landrat werden

Auf Spitzenplätzen zur Kreistagswahl
von links nach rechts: Friedrich Kethorn MdL, Nordhorn; Annelies Pötter, Neuenhaus;
Reinhold Hilbers, Wietmarschen-Lohne; Maria Köttering, Nordhorn;
Heinrich von Brockhausen, Bad Bentheim; Klaus Stamme, Schüttorf;
Gerhard Trüün, Laar; Paul Ricken, Uelsen




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