Auch viele SPD-Stimmen für Paul Ricken als Landrat

9. November 2001 |

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 09.11.2001

Von Manfred Münchow
ricken0911 Auch viele SPD Stimmen für Paul Ricken als LandratNordhorn. Vor dem Wahlgang im neuen Kreistag (CDU 27 Mandate, SPD 18 Mandate, Bündnis 90/Die Grünen 2 Mandate, FDP 2 Mandate, UWG/Bürger für Bürger 2 Mandate) haben Bündnisgrüne und UWG/BfB offen erklärt, das sie ihre Stimmen Paul Ricken geben werden. Die SPD stellte keinen Gegenkandidaten auf, beantragte jedoch geheime Abstimmung. Von den 49 anwesenden Kreistagsabgeordneten (bei CDU und SPD war jeweils ein Stuhl leer) votierten 45 für Ricken.
Erste stellvertretende Landrätin ist Maria Köttering, sie erhielt 34 Stimmen. Eine Kampfabstimmung gab es um den Posten des zweiten stellvertretenden Landrats. Die SPD schickte Helga Floreck gegen Arnold Werning ins Rennen. Werning bekam 29 Stimmen, Floreck 20. Vor dem Wahlgang hatten die Bündnisgrünen sich für Floreck und UWG/BfB sich für Werning ausgesprochen.
Paul Ricken wertete sein Wahlergebnis als Verpflichtung sein Amt "auch weiterhin in allen Bereichen überparteilich auszuüben." Er habe sich in der vergangenen Kreistagsperiode "immer als Vertreter und Repräsentant nicht nur den Landkreises, sondern auch aller darin vertretenen Fraktionen und Parteien gesehen."
Mit Blick auf die absolute Mehrheit der CDU-Fraktion sagte der Landrat: "Das mag sicherlich bei meiner Fraktion Freude und Genugtuung ausgelöst haben." Doch das deutliche Votum der Wähler sei ein Vertrauensvorschuss, der auch mehr Verantwortung bedeute. Das Wahlergebnis bedeute jedoch keineswegs, dass die CDU-Fraktion "mit dieser Mehrheit machen kann, was sie will." Es lohne sich, den Konsens mit den anderen Fraktionen zu suchen. Ricken wörtlich: "Wer seine Mehrheit fortwährend knallhart – wenn es denn sein muss, sogar mit dem Knüppel – durchboxt, erzeugt ein Klima, das Gräben vertieft und dem Zusammenleben der Bürger in unserer Grafschaft nicht dienlich ist." Das gleiche gelte für die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung.
Zur Zusammenarbeit einer von der CDU geführten Kreistagsmehrheit mit einem Oberkreisdirektor, der ein SPD-Parteibuch hat, hatte Ricken nach seiner Wahl zum Landrat bereits im Jahr 1996 gesagt: "Diese Konstellation kann durchaus förderlich sein und der Sachorientierung bei den Entscheidungen mehr Gewicht geben". Gestern sagte der Landrat nach seiner Wahl: "Es hat sich gezeigt, dass meine damalige Sicht der Dinge richtig war." Es gebe eine "gute und vor allem sachorientierte Zusammenarbeit" mit der Verwaltungsspitze. Ricken erntete mit seiner Antrittsrede viel Beifall, und das nicht nur bei der CDU.




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