Ärztlicher Notdienst in der Fläche muss gesichert bleiben

22. Februar 2008 |

Die Neuregelung zum ärztlichen Notdienst muss für einen Flächenlandkreis wie die Grafschaft den Erfordernissen in der Fläche Rechnung tragen und für die Bewohner in der Fläche erreichbar bleiben und gesichert werden. Diese Auffassung vertritt die Grafschafter CDU und BfB im Grafschafter Kreistag.

Wie Fraktionsvorsitzender Reinhold Hilbers mitteilt, hat die CDU/BfB-Kreistagsgruppe die von der Kassenärztlichen Vereinigung vorgesehene Änderung auf die Tagesordnung der Kreisausschusssitzung im März setzen lassen. „Wir möchten mit den Vertretern der Ärzteschaft und der KV über die Neuregelung ins Gespräch kommen, sagt Reinhold Hilbers. Daher habe man die Verwaltung gebeten, zum nächsten Kreisausschuss Vertreter der Ärzteschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung einzuladen.

Der Landkreis soll sich in die Gespräch über die Neukonzeption einmischen, fordert Reinhold Hilbers.

Unser Ziel ist es, dass die Menschen in der Grafschaft auch außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen an Wochenenden und am Abend in akuten Fällen einen Arzt aufsuchen können. Eine Anfahrt nach Nordhorn aus Ober- oder Niedergrafschaft halten wir auch für bedenklich, sagt der CDU-Fraktionschef.

Die CDU/BfB-Kreistagsgruppe hatte sich vor einigen Monaten bereits über die beabsichtigten Änderungen von Herrn Dr. Rieger, dem Sprecher der niedergelassenen Ärzte informieren lassen. Damals stand das Konzept aber noch nicht fest.

Die CDU/BfB-Kreistagsgruppe hat Verständnis für die Belastungen der Ärzte. Wir sind auch offen für Neuregelungen, die auch den Ärzten entgegen kommen, sagt Reinhold Hilbers. Denn man wolle auch in Zukunft noch ärztlichen Nachwuchs für die Praxen der Allgemeinmediziner in der Grafschaft gewinnen können. Wir wollen aber auch ein System, dass den Entfernungen in der Grafschaft Rechnung trägt. Die Anfahrtswege müssen zumutbar und auch für ältere Menschen zumutbar bleiben und die Wartezeiten, bis ein Arzt im mobilen Dienst einen Hausbesuch machen kann, dürfen nicht zu lang werden. „Dabei möchte ich ausdrücklich Überlegungen über eine kleinräumigere Einteilung – wie beispielsweise einen mobilen Notdienst für die Ober-, die Niedergrafschaft  sowie für Nordhorn – unterstützen, sagt Reinhold Hilbers.




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2 Reaktionen zu “Ärztlicher Notdienst in der Fläche muss gesichert bleiben”

  1. Denise Neumann

    Wir haben eine 2jährige Tochter und ich finde es absolut nicht ok,das man jetzt zum Klinikum fahren soll.Wir kommen aus Neuenhaus und haben auch nicht immer ein Auto zur Verfügung.Ich habe einen Bekannten der mit seinem 2jährigen Sohn 3 Stunden im Eingangsbereich des Klinikums warten musste obwohl das Kind eine schwere Grippe hatte.Dort geht dauernd die Schiebetür nach aussen auf und es zieht und es ist einem nicht zumutbar mit so einem kleinen Kind solange zu warten.

  2. Reinhold Hilbers

    Sehr geehrte Frau Neumann,

    ich kann Ihren Unmut gut verstehen. Die Neuordnung des ärztlichen Notdienstes ist, wie Sie ja auch unserer Presseinformation entnehmen konnten, auf die Initiative der niedergelassenen Ärzteschaft – in Verantwortung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen – geändert worden. Wir in der Politik haben das nicht kritiklos aufgenommen. Allerdings liegt die Entscheidung darüber, wie der Notdienst organisiert wird, nicht bei der Pollitik. Die Zentralisierung des Notdienstes findet derzeit in allen Regionen des Landes statt. Einerseits ist zu beklagen, dass es vor Ort keinen Notdienst mehr veranden ist. Andererseits werden wir in wenigen Jahren mit einem Mangel an Hausärzten, insbesondere in der Fläche, konfrontiert sein. Daher darf man Verbesserungen in der Organisation, die auch dazu führen, den Beruf des Hausarztes attraktiv zu halten, nicht generell im Wege stehen.

    Sie beklagen zu Recht lange Wartezeiten und die damit einhergehnde Überbesetzung des Wartebereichs. Ich nehme Ihre Kritik gern zum Anlass, mich erneut an den Sprecher der niedergelassenen Hausärzte zu wenden und Ihn zu Bitten, diese Zustände abzustellen.
    Ich glaube, dass die Kassenärzte in absehbarer Zeit selbst zu der Erkenntnis kommen, das die derzeitige Situtation nicht befriedigend ist.

    Reinhold Hilbers

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